Chapter 8
Der Kern des Traumas
Die entscheidende Erinnerung bricht durch: Ein schockierendes Ereignis, das Elara als Kind erlebt hat. Die volle Wahrheit über die Umstände und die Beteiligten wird enthüllt und erschüttert sie zutiefst.
Der Kern des Traumas
Die Nacht legte ihren samtigen Mantel über die Stadt, doch für Elara gab es keinen Schlaf. Die vertraute Dunkelheit ihres Schlafzimmers wurde von den Schatten ihrer eigenen Gedanken durchbrochen, die sich zu jener bekannten, beunruhigenden Form verdichteten. Es war kein Traum im eigentlichen Sinne, eher ein Riss im Gewebe ihrer Wirklichkeit, durch den Fragmente einer längst vergangenen Zeit sickerten. Ein Geruch von feuchter Erde und etwas Scharfem, Metallischem stieg in ihr auf. Ein Geräusch, ein wiederkehrendes, kaum hörbares Schluchzen, das sie nicht zuordnen konnte. Es war, als würde ein vergessener Film im inneren Kino ihres Geistes ablaufen, dessen Handlung ihr entglitt, dessen Atmosphäre sie jedoch bis ins Mark erschütterte.
Sie setzte sich ruckartig auf, ihr Herz pochte wie ein gefangener Vogel gegen ihre Rippen. Das schwache Licht der Straßenlaterne malte lange, tanzende Schatten an die Wand, die ihr wie unheilvolle Gestalten vorkamen. Die Leere, die sie seit Wochen begleitete, schien sich in diesen Momenten zu einer greifbaren Präsenz zu verdichten, ein stummer Vorwurf, der sie anklagte. Sie griff nach dem Nachttisch, ihre Finger strichen über den kühlen Stoff des Buches, das sie seit Tagen nicht mehr angerührt hatte. Die alten Briefe und Fotos, die sie in den letzten Wochen ausgegraben hatte, waren wie ein Verrat an ihrem eigenen Gedächtnis. Sie hatten Risse in der sorgsam aufrechterhaltenen Fassade ihrer Vergangenheit hinterlassen, und nun drängte sich etwas Unausweichliches hervor.
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