Chapter 6

Die Last der Schuld

Elara konfrontiert Herrn Müller mit ihren wachsenden Erkenntnissen. Seine Nervosität und sein abweisendes Verhalten bestätigen ihre Vermutungen. Er scheint mehr zu wissen und versucht, die Wahrheit weiterhin zu unterdrücken.

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Der Geruch von altem Papier und Staub lag schwer in der Luft, als Elara die Tür zu Herrn Müllers Arbeitszimmer öffnete. Es war ein Raum, der seit Jahren von der Außenwelt abgeschottet schien, ein Hort vergangener Zeiten, in dem die Zeit selbst stillzustehen schien. Sonnenlicht fiel nur spärlich durch die schmutzigen Scheiben und tauchte die efeubewachsenen Fenster in ein fahles, gelbliches Licht. Bücher stapelten sich bis zur Decke, ihre Einbände zerfleddert und die Seiten vergilbt. Möbel aus dunklem, poliertem Holz, auf denen sich eine dicke Staubschicht abgesetzt hatte, standen wie stumme Zeugen vergangener Gespräche im Raum. Elara spürte, wie ihr Herz schneller schlug. Sie hatte das Gefühl, in eine andere Welt einzutreten, eine Welt, die von Geheimnissen durchzogen war, von unausgesprochenen Wahrheiten, die sich wie Schatten an die Wände klammerten.

Herr Müller saß an seinem Schreibtisch, eine gebeugte Gestalt, deren Gesicht von tiefen Falten durchzogen war, wie von den Narben einer unsichtbaren Schlacht. Er blickte auf, als sie eintrat, und seine Augen, die sie von Kindertagen an kannte, wirkten plötzlich fremd, hinter einer dünnen Schicht von Misstrauen verborgen. Ein nervöses Zucken durchlief seine Lippen, als er sie ansah, ein Zeichen, das Elara inzwischen nur zu gut kannte. Es war das Zeichen, dass er etwas zu verbergen hatte.

„Elara“, sagte er, seine Stimme rau und zögerlich. „Was führt dich hierher?“

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