Chapter 5
Das Echo der Kindheit
Die Erinnerungen werden klarer, aber auch schmerzhafter. Elara sieht sich selbst als Kind, ängstlich und schutzlos. Sie erkennt, dass sie Zeugin oder Opfer eines traumatischen Ereignisses war, das sie tief vergraben hat.
Das Echo der Kindheit
Die Nacht war ein unruhiges Meer, und Elara trieb darin, gefangen in einem Strudel aus Bildern und Geräuschen, die sie nicht einordnen konnte. Ein kalter Schrei, das Rasseln von etwas Metallischem, die dumpfe Angst in der Luft – Fragmente, die wie Scherben durch ihren Schlaf geisterten. Sie wachte mit einem Ruck auf, ihr Herz hämmerte gegen ihre Rippen, die Haut feucht vor Schweiß. Die Dunkelheit ihres Schlafzimmers schien sie zu erdrücken, und doch war es die Leere, die sie am meisten beunruhigte, eine Leere, die sich in ihrer Brust ausbreitete, seit sie begonnen hatte, die vergilbten Seiten der Vergangenheit umzublättern.
In den letzten Tagen hatte sie sich tiefer in die Archive ihrer Kindheit gegraben, als sie es je für möglich gehalten hätte. Die alten Briefe, die sie auf dem Dachboden ihrer Großmutter gefunden hatte, und die vergilbten Fotos, die sie wie einen Schatz hütete, waren mehr als nur Erinnerungsstücke. Sie waren Puzzleteile eines Bildes, dessen Konturen sie nicht erkannte, aber dessen Schatten sie unaufhörlich verfolgten. Ein Foto, das sie besonders beunruhigte, zeigte sie selbst, kaum älter als fünf Jahre, mit großen, ängstlichen Augen, die direkt in die Kamera blickten. Hinter ihr, im Schatten, schien eine Gestalt zu stehen, undeutlich, aber bedrohlich. Sie hatte dieses Bild immer beiseitegelegt, es als eine Laune ihrer Kindheit abgetan, doch nun fühlte sie eine unheimliche Resonanz.
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