Chapter 6
Die Weisheit des Eldrin
Die Hinweise in den Büchern sind vage und widersprüchlich. Luna meint, dass sie einen Rat von jemandem brauchen, der tief in der alten Magie verwurzelt ist. Sie erinnern sich an Eldrin, einen alten Einsiedler, der angeblich in den Bergen lebt und über ein immenses Wissen über magische Artefakte verfügt. Ihre Reise zu Eldrins abgelegenem Wohnsitz ist beschwerlich. Sie finden ihn in einer einfachen Hütte, umgeben von Kräutern und seltsamen Objekten. Eldrin ist zunächst zurückhaltend, doch als er Seraphinas Amulett sieht und die aufkeimende Magie in ihr spürt, beginnt er zu sprechen. Er enthüllt wichtige Details über die Geschichte des Artefakts und die Gefahren, die von seiner Macht ausgehen können, und gibt ihnen entscheidende Hinweise, wie sie die Verschwörung aufdecken können.
Die Worte in den alten Folianten schienen sich zu winden und zu verdrehen, ein Labyrinth aus kaum entzifferbaren Zeichen und rätselhaften Andeutungen. Seraphina fuhr sich mit der Hand über die Stirn, die feinen Linien auf den Pergamentseiten verschwammen vor ihren müden Augen. Jedes Mal, wenn sie glaubte, einen Zusammenhang entdeckt zu haben, führte sie eine neue Zeile in eine Sackgasse, ein neues Rätsel, das sich wie ein Schatten über die bereits vorhandenen legte. Luna beobachtete sie mit einer unergründlichen Ruhe, die Seraphina mal beruhigte, mal beunruhigte.
„Es ist, als ob die Bücher selbst Geheimnisse hüten“, murmelte Seraphina leise und ließ den schweren Band mit einem Seufzer auf den Tisch sinken. Die Luft im kleinen Studierzimmer war erfüllt vom Duft getrockneter Kräuter und dem leichten Geruch von altem Papier. Draußen dämmerte es bereits, und die Schatten im Raum wurden länger und unheimlicher.
Luna nickte langsam, ihre Augen wanderten über die vergilbten Seiten. „Manche Wahrheiten sind nicht dazu bestimmt, leichtfertig preisgegeben zu werden, Seraphina. Sie sind wie kostbare Juwelen, die tief verborgen liegen und nur demjenigen offenbaren, der bereit ist, danach zu suchen.“ Sie legte eine Hand auf Seraphinas Schulter, ihre Berührung war sanft, aber fest. „Aber die Muster sind da. Die Warnungen sind vorhanden, auch wenn sie sich hinter Schleiern verstecken. Wir brauchen jemanden, der diese Schleier durchdringen kann. Jemanden, dessen Wurzeln tief in der alten Magie reichen, tiefer noch als die des Wissens, das wir bisher gesammelt haben.“
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