Chapter 8
Der Preis des Wissens
Um die wahre Natur der vergessenen Gottheit und ihre Schwachstellen zu verstehen, muss Maria eine schmerzhafte Reise in ihre eigene Vergangenheit antreten. Das Artefakt zwingt sie, eine ihrer tiefsten und schmerzhaftesten Erinnerungen erneut zu durchleben, eine Erinnerung, die sie seit ihrem Tod als Wächterin verdrängt hatte. Diese Enthüllung offenbart nicht nur das volle Ausmaß der finsteren Pläne der Gottheit, sondern auch den schrecklichen Preis, den Maria zahlen muss, um die Welten endgültig zu retten. Die Last der Erkenntnis ist immens.
Der Staub tanzte im Lichtstrahl, der durch die schmale Ritze der gefalteten Vorhänge fiel. Maria saß auf dem Boden, ihre Knie an die Brust gezogen, und starrte auf die Stelle, an der das Artefakt gelegen hatte. Es war fort, verschwunden, so plötzlich und unheilvoll, wie es aufgetaucht war. Doch seine Präsenz hing noch in der Luft, eine schwere, zähe Substanz, die ihr die Kehle zuschnürte. Es war nicht nur die Abwesenheit des Objekts, die ihr zu schaffen machte, sondern das, was es hinterlassen hatte: ein Gefühl der Leere, das tiefer ging als jede physische Abwesenheit.
Sie hatte gehofft, dass das Artefakt sie zu einer Antwort führen würde, zu einem klaren Weg, wie sie die drohende Gefahr abwenden konnte. Stattdessen hatte es ihr ein Spiegel vorgehalten, dessen Oberfläche verzerrt war und ihr eigenes Spiegelbild auf groteske Weise verdrehte. Es hatte sie nicht mit Wissen gesegnet, sondern sie mit einer Last belegt, die schwerer wog als alle Weisheit der Welten.
Elara trat leise in den Raum, ihre Schritte auf dem alten Holzboden kaum hörbar. Ihre Augen, sonst so wachsam und voller listiger Neugier, waren nun von einer sanften Besorgnis getrübt. Sie sah Maria an, die reglos dasaß, eine Gestalt der Verzweiflung inmitten des schwindenden Lichts.
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