Chapter 4
Episode 4. dramaturgus ssrs
Die Stimme kam aus dem Nichts, aber sie war kein Echo. Danguolė saß vor ihrem Bildschirm, die Hände über der Tastatur schwebend, als der Raum sich zu drehen begann. Die Pixel des „Pixelierten Schildes“ flimmerten in den Farben Rot, Weiß und Grün – und dann formten sie ein Gesicht. Es war kein menschliches Gesicht, sondern das eines Dramaturgen, eines Spielleiters, der die Fäden einer unsichtbaren Bühne hielt.
„Du suchst nach der Zeit, die die Bibel nicht kennt“, sagte die Stimme, kalt und doch vertraut. „Aber die Zeit ist nur ein Vorhang. Hinter ihm liegt der Kampf, der nicht in Uhren gemessen wird. 666 und 999 – sie sind keine Zahlen, sondern Tore. Tore, die sich öffnen, wenn die drei Farben sich vereinen: Rot für das Blut, Weiß für den Geist, Grün für die Erde, die zerrissen wird.“
Danguolė wollte antworten, aber ihre Kehle war wie zugeschnürt. Sie sah durch das Fenster, wie der Himmel über Vilnius sich in drei Schichten spaltete: eine rote, eine weiße, eine grüne. Die Wolken tanzten wie ein riesiger Drache, und in der Ferne hörte sie das Heulen der Katze Cima, die aus dem Schatten trat – mit den Augen des Phönix, der Asche und Feuer zugleich war.
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