Chapter 7
Die Schatten zwischen den Türen
Minna kehrt nach der Halloweennacht in ihren Alltag zurück, ringt mit der Unsicherheit, ob ihre Freundschaft zu Abigail Bestand hat, und spürt das Misstrauen der Dorfbewohner. Sie sucht einen Weg, sich heimlich mit Abigail zu verständigen, und findet in Karl einen unerwarteten Fürsprecher. Als Herr Schröder erneut Verdacht schöpft, geraten Minna und Abigail in Gefahr, doch ein mutiges Gedicht und eine improvisierte Kürbiszeremonie bringen Hoffnung. Die Dorfgemeinschaft bleibt wachsam, und ein stilles Versprechen verbindet Minna und Abigail weiterhin.
Als ich an diesem Morgen die Kürbisflöte tiefer in das Futter meines Mantels schob und über den von Tau glänzenden Garten huschte, fühlte ich mich wie jemand, der ein Geheimnis im Herzen trägt. Die dörflichen Gassen lagen im blassen Licht da, von Nebelfetzen umschlungen, und meine Füße suchten selbstvergessen die alten Pflastersteine, die zum Haus meiner Eltern führten. Noch immer schmeckte ich den süßen Rand des „Sugar Skull“ aus der Nacht, während das Dorf sachte erwachte und sein Misstrauen zwischen den Türen schwebte.
Kaum hatte ich die Schwelle übertreten, stand meine Mutter im Flur. Ihre Stirn war in Sorgenfalten gelegt, die Hände falteten sich unruhig. „Minna, du bist spät dran. Die Lehrerin ruft heute sehr pünktlich zum Unterricht.“
Ich nickte nur, murmelte eine Entschuldigung und schlüpfte in die Küche. Während ich das Brot schnitt, horchte ich hinaus in den Morgen. Konnte jemand das Zittern in meinen Händen sehen? War mir die Angst ins Gesicht geschrieben? Ein kurzer Blick in den Fensterspiegel zeigte mir rote Wangen, aufgerissene Augen, doch kein Erwachsener würde meine Gedanken lesen können—nicht heute.
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