Chapter 11
Wintermasken und Apfelfeuer
Minna probiert mit Karl neue Masken aus und bastelt weitere im Schutz des alten Apfelbaums. Die ersten Schneeflocken wecken Hoffnung, aber auch neue Fragen im Dorf. Frau Grüter beschützt Minna vor Gerüchten, während Herr Schröder Verdächtigungen sät. Minna findet Trost in einem heimlichen Briefwechsel mit Karl. Gemeinsam entdecken sie im Garten ein verstecktes Apfelfeuer, das ein neues Gedicht inspiriert und Mut schenkt. Am Ende deutet ein weiterer geheimnisvoller Fund an, dass Abigails Einfluss weiterhin im Dorf lebt und die Freundschaft neue Wege sucht.
Meine Finger sind klebrig vom Kleber, die Schere schneidet schief und der Tisch im kleinen Zimmer ist übersät mit Papierfetzen, buntem Filz und Schnüren. Karl sitzt mir gegenüber und schneidet mit gespitzter Zunge sorgsam an einer orangeroten Maske. Der Wind singt draußen an den Fensterläden, als wolle er herein, und über alles liegt der Geruch von nassem Apfelholz und frischem Schnee.
„Mach die Augen zu, Minna!“, ruft Karl und hält die Maske vors Gesicht. Sie ist wie ein schräger Kürbis, doch die Schnörkel um die Augen erinnern an Sonnenstrahlen. Ich muss lachen. „Du siehst aus wie ein verwunschener König.“
„Oder wie ein Apfelgeist!“, ruft Karl, springt auf und tanzt um den Tisch. Die Maske rutscht ihm halb ins Gesicht, und seine Stimme klingt dumpf. Ich jage ihn kreischend um die Stühle, bis Mutter klopft. „Was für ein Lärm. Ihr solltet leiser sein – das halbe Dorf hört euch!“ Sie lächelt, doch ich sehe die Sorge in ihren Augen.
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