Chapter 4
Das Pult am Fenster
Emil und Lotte folgen der geheimnisvollen Karte zum Lesepult hinter dem nie geöffneten Fenster. Dort entdecken sie eine weitere rätselhafte Nachricht, die sie zu einem alten Gedichtband und zu einer verborgenen Erinnerung aus Emils Vergangenheit führt. Ihre Nachforschungen sorgen für Unruhe bei den Erwachsenen, doch Lotte und Emil wachsen noch enger zusammen. Am Ende des Kapitels stoßen sie auf eine neue Spur, die alles verändern könnte.
Das Geräusch des Regens war am Morgen nur schwach, als die ersten Lichtstrahlen durch die hohen Fenster der Bibliothek sickerten. Emil hatte kaum geschlafen. Die Karte, die sie am Vorabend gefunden hatten, lag wie ein Wertgegenstand unter seinem Kopfkissen. In seinem Zimmer, nur von der fahlen Morgensonne erhellt, starrte er auf die roten Linien und Kreise, die jemand mit ruhiger Hand auf das Pergament gezeichnet hatte. Seine Gedanken kreisten: Wer hinterließ all diese Botschaften, und warum?
Sein Wunsch war so einfach wie schwer: ein weiteres gemeinsames Rätsel mit Lotte, einen Moment ohne Angst vor Sirenen oder schlechten Nachrichten. Ein Tag, an dem das Einzige, was zählte, ihre Entdeckungen im Schatten der Bücherregale waren.
Kaum öffnete Emil die schwere Tür zur Bibliothek, spürte er schon Lottes Anwesenheit. Sie saß am Fuß der großen Treppe, eine Skizzenrolle auf den Knien. Ihre Stiefel waren nass vom Weg durch das nasse Wien, und doch leuchteten ihre Augen erwartungsvoll.
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