Chapter 6
Kapitel 6: Die Stille, die spricht
Der Erzähler bleibt im Wohnheim, liest weiter Malcolm X und spricht kaum. Herr Müller setzt sich eines Tages zu ihm und fragt nach dem Buch. Der Erzähler antwortet kurz. Die Stille bleibt, aber der Erzähler spürt, dass Herr Müller nicht aufgibt. Die Angst vor den Diebstählen ist noch da.
Die Tage im Wohnheim zogen sich hin. Ich saß oft in meinem Zimmer und las. Malcolm X. Immer wieder Malcolm X. Die Worte waren wie ein Fenster zu einer anderen Welt, einer Welt, in der jemand gegen alles kämpfte. Aber ich kämpfte nicht. Ich saß nur da.
Herr Müller klopfte manchmal an die Tür. Er fragte, ob ich etwas brauchte. Ich schüttelte den Kopf. Er nickte und ging wieder. Seine Geduld war seltsam. Ich war es nicht gewohnt, dass jemand wartete.
Die Angst war noch da. Ein leises Zittern, wenn ich an die gestohlenen Sachen dachte. Alkohol, Zigaretten, Kleidung. Die Bilder kamen hoch, wenn ich die Augen schloss. Ich wusste nicht, ob die Angst jemals weggehen würde.
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