Chapter 6
Kapitel 6
Matthias Richter entscheidet sich, den Eid auf Hitler zu halten und sich vollständig in die neue Ordnung einzufügen. Er meldet sich freiwillig für zusätzliche Patrouillen, zeigt Unterwürfigkeit gegenüber Vorgesetzten und versucht, seine Zweifel zu unterdrücken. Ein Treffen mit Unteroffizier Brenner und Gefreiter Kunze vertieft seine innere Zerrissenheit, während ein Befehl zu einer geheimen Mission ihn vor eine moralische Prüfung stellt. Die Kapitel endet mit Matthias, der sich in die Dunkelheit der Wälder begibt, getrieben von Pflicht und Furcht.
Die Tage nach der Vereidigung zogen sich wie zäher Schlamm hin. Matthias Richter stand jeden Morgen um fünf Uhr auf, zog seine Uniform an und meldete sich bei Unteroffizier Brenner. Die Worte des Eides hallten in seinem Kopf nach, ein bleiernes Echo, das ihn nicht losließ. Er hatte geschworen – auf einen Mann, den er nicht kannte, auf eine Idee, die ihm fremd war. Aber er hatte geschworen, und das bedeutete etwas.
In der Kantine, als die Männer schweigend ihren dünnen Kaffee tranken, setzte sich Brenner zu ihm. Der Unteroffizier hatte einen harten Zug um den Mund, seine Augen waren rot geädert von durchwachten Nächten. „Du siehst aus, als hättest du nicht geschlafen, Richter.“
Matthias hob den Blick. „Nein, Herr Unteroffizier. Ich habe nachgedacht.“
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