Chapter 8
Der Wendepunkt
Die Konkurrenzagentur macht Druck. Ein falscher Schritt droht alles zu zerstören. Eleonore muss eine Entscheidung treffen, die nicht nur sie, sondern auch ihre Zofen und Anton betrifft.
Der Morgen rötete über dem stattlichen Anwesen der von Hohensteins, doch die übliche Frühlingsfrische schien von einer bleiernen Schwere überschattet. Eleonore, deren einst so strahlende Augen nun von einer tiefen Sorge gezeichnet waren, stand am Fenster ihres Salons und blickte hinaus auf den sorgsam gepflegten Garten. Die aufgehende Sonne tauchte die Blütenkelche in ein zartes Rosa, doch für Eleonore schien jedes Blatt, jede Blüte eine Mahnung an die Vergänglichkeit ihres einstigen Reichtums. Die Ehevermittlung, einst als Rettungsanker gedacht, drohte nun, sie selbst mit in die Tiefe zu reißen.
Ein leises Klopfen durchbrach ihre Gedanken. Natalie, die pragmatische Seele des Hauses, trat ein, eine Tasse dampfenden Tees in den Händen. Ihr Blick war besorgt, aber fest. „Guten Morgen, Gräfin. Sie sollten etwas trinken.“
Eleonore drehte sich um, ein gezwungenes Lächeln auf den Lippen. „Danke, Natalie. Du bist immer so aufmerksam.“ Sie nahm die Tasse entgegen, ihre Finger zitterten leicht. „Die Konkurrenz… sie macht wirklich Druck, nicht wahr?“
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