Chapter 7
Geheimnisse und Annäherungen
Geheimnisse kommen ans Licht: Eleonores Schulden, Natalias Liebesbriefe, Claras Roman. Anton zeigt seine Poesie. Die Beziehungen zwischen Eleonore und Anton vertiefen sich.
Kapitel 7: Geheimnisse und Annäherungen
Der Himmel über dem stattlichen Anwesen der von Hohensteins schien an diesem Morgen besonders grau. Es war, als würde die Welt selbst ihre Schultern zucken angesichts der vielen kleinen und großen Geheimnisse, die sich unter ihrem Dach verbargen. Eleonore saß in ihrem Salon, der einst vor Lachen und Leben nur so sprühte, nun aber eine bedrückende Stille ausstrahlte, die nur von ihrem eigenen unruhigen Atem durchbrochen wurde. Vor ihr auf dem polierten Mahagonitisch lagen die Rechnungen, ein stummer Vorwurf, der ihr kaum noch Schlaf ließ. Die Schulden, die sie so sorgsam vor allen anderen verborgen hatte, nagten an ihr wie ein hungriger Parasit. Jede einzelne dieser bedruckten Papiere war ein Beweis für ihre Unfähigkeit, die Finanzen des Hauses im Griff zu behalten, seit der plötzliche Tod ihres Mannes sie allein mit einer Last zurückgelassen hatte, die sie nie erwartet hätte.
Natalie, die wie immer mit einer Tasse dampfenden Tees zur Stelle war, bemerkte die tiefe Falte zwischen Eleonores Augenbrauen. „Gnädige Frau“, begann sie sanft, ihre Stimme so ruhig wie ein stiller Teich, „Sie sehen aus, als hätten Sie die ganze Nacht mit den Büchern gerungen.“
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