Chapter 5
Begegnungen im Regen
Während Eleonore und ihre Zofen über die Probleme grübeln, treffen sie auf andere alleinstehende Klienten. Ein wohlhabender Herr und eine einsame Witwe suchen ebenfalls nach Glück.
Der Himmel weinte. Nicht in sanften Tropfen, die die Erde nur liebkosten, sondern in heftigen, grauen Schleiern, die die Welt in ein trübes Nichts tauchten. Eleonore stand am Fenster des Salons, die Stirn gegen das kühle Glas gepresst, und beobachtete, wie die Regentropfen wie Tränen über die Scheibe liefen. Jeder einzelne schien die Bürde ihrer eigenen wachsenden Verzweiflung zu tragen. „Es ist zum Verzweifeln“, murmelte sie, mehr zu sich selbst als zu den anderen, die im Raum versammelt waren.
Natalie, die wie immer mit ihrer gewohnten Ruhe am Tisch saß und eine Liste von Ausgaben durchging, seufzte leise. „Verzweiflung hilft uns jetzt auch nicht weiter, Eleonore. Wir müssen einen Weg finden, diesen unerwarteten Haken zu umgehen, wie immer wir das auch anstellen mögen.“ Ihr Blick wanderte zu Clara, die auf dem Diwan saß und mit einem leeren Blick auf einen Punkt an der Wand starrte, als würde sie in ferne, romantische Welten fliehen, die von den trüben Realitäten des Hier und Jetzt unberührt blieben.
„Aber wie, Natalie?“, fragte Clara mit einer Stimme, die so zart war wie das Flüstern des Windes. „Dieser Herr von Falkenstein… er hat uns so viel Geld geboten, und dann… dann diese Bedingung. Es ist, als würde man uns sagen, wir dürften nicht atmen, wenn wir leben wollen.“ Sie fuhr sich mit den Fingern über die Lippen, als könnte sie die Worte des Herrn von Falkenstein noch fühlen, diese bitteren Tropfen des Verrats.
Keep reading "Begegnungen im Regen"
Open the same story in AIBookCraft. Later chapters may require an active subscription.
Free on iOS & Android · No signup to read