Chapter 6
Schatten der Vergangenheit
Ein beunruhigendes Ereignis zwingt Sophia, tiefer zu graben. Sie entdeckt Hinweise auf Hunters gefährliche Welt und eine Vergangenheit, die sie erschreckt.
Die Nacht hatte sich über die Stadt gelegt wie ein samtenes Tuch, nur durchbrochen vom sporadischen Flackern der Straßenlaternen. Ich saß am Fenster meiner kleinen Wohnung, die Hände um eine lauwarme Tasse Tee geschlungen, und starrte in die Dunkelheit. Seit Hunters Anruf gestern Abend war eine beunruhigende Unruhe in mir. Ein Gefühl, das ich nicht ganz benennen konnte, aber es nagte an mir, wie ein winziges Tierchen an einem Apfel. Er hatte so seltsam geklungen, fast gehetzt, und seine Worte waren kryptisch gewesen. „Bleib heute Nacht zu Hause, Sophia. Und bitte, vertraue niemandem, der nicht du selbst ist.“ Was meinte er damit? Und warum dieses plötzliche Verbot, ihn zu sehen, nach all den zarten Annäherungen, die wir in den letzten Wochen hatten?
Die Erinnerung an seine Stimme, tief und rau, mit einem Unterton von Dringlichkeit, der mir einen Schauer über den Rücken jagte, hallte in meinem Kopf wider. Er hatte versprochen, sich zu melden, sobald er konnte, aber die Stille seitdem war drückend. Ich schloss die Augen und versuchte, mir sein Gesicht vorzustellen – die Intensität in seinen Augen, wenn er mich ansah, die Art, wie seine Lippen sich zu einem leichten Lächeln verzogen, wenn ich etwas sagte, das ihn amüsierte. Diese Bilder waren mein Anker in der wachsenden Unsicherheit.
Plötzlich durchfuhr mich ein Geräusch, das nicht in die nächtliche Stille passte. Ein dumpfer Schlag, gefolgt von einem Kratzen an meiner Tür. Mein Herz machte einen Satz. Hunter? Konnte er es sein? Vorsichtig stand ich auf und schlich zur Tür. Durch das kleine Spionloch sah ich nichts als Dunkelheit. War es Einbildung? Oder hatte ich mir nur einen Streich gespielt?
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