Chapter 9
Die Enthüllung Elias
Elia offenbart Lyra mehr über ihre eigene Vergangenheit und ihre Verbindung zur Magie. Sie warnt Lyra vor den wahren Absichten des Kults und der Gefahr, die von ihrer eigenen Macht ausgeht.
Die Luft in der kleinen, staubigen Kammer schien dichter zu werden, als Elia sprach. Jeder Ton ihrer Stimme trug ein Gewicht, das Lyra tief in ihren Knochen spürte. Es war nicht nur die Melodie ihrer Worte, sondern das unsichtbare Gewebe aus Wissen und Erfahrung, das sie umgab. Elia saß ihr gegenüber, die Hände ruhig im Schoß gefaltet, die Augen wie zwei dunkle Teiche, in denen sich die Sterne spiegelten. Lyra hatte sie in den letzten Tagen beobachtet, ihre Bewegungen, ihre Art zu atmen, die leisen Seufzer, die sie manchmal ausstieß, wenn sie dachte, Lyra würde nicht hinsehen. Sie hatte eine Ruhe an sich, die Lyra gleichzeitig faszinierte und beunruhigte. Eine Ruhe, die aus tiefer Kenntnis zu kommen schien, nicht aus Gleichgültigkeit.
„Du spürst es, nicht wahr, Lyra?“, flüsterte Elia, und ihre Stimme schien sich mit dem schwachen Licht zu vermischen, das durch das schmale Fenster fiel. „Das Rauschen in deinem Blut, die kalte Glut, die in deinen Adern brennt. Sie ist mehr als nur ein Fluch. Sie ist ein Teil von dir.“
Lyra nickte langsam, ihr Blick wanderte zu ihren Händen, die sie unwillkürlich ballte. Die Dunkelheit, die sie in sich trug, war wie eine unzähmbare Bestie, die darauf wartete, losgelassen zu werden. Sie hatte gelernt, sie zu unterdrücken, sie in den tiefsten Winkeln ihrer Seele einzusperren, doch manchmal, in Momenten großer Anspannung oder tiefer Trauer, spürte sie, wie die Mauern bröckten. Ein Zittern, das nicht von Kälte herrührte, sondern von einer ungeheuren Kraft, die sich Bahn brach.
Keep reading "Die Enthüllung Elias"
The full chapter is in the AIBookCraft app — free to read, with your spot saved.
Free on iOS & Android · No signup to read