Chapter 7

Fallen und Täuschungen

Der Kult versucht, Lyra in eine Falle zu locken. Sie nutzen Manipulation und falsche Versprechungen, um sie von Elia zu trennen und ihre Macht zu vereinnahmen. Lyra muss lernen, wem sie vertrauen kann.

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Die Luft knisterte, nicht vor der bekannten, vertrauten Energie meiner eigenen Magie, sondern von einer fremden, stechenden Kälte, die mir bis ins Mark drang. Ich hatte mich in den Ruinen eines längst vergessenen Tempels versteckt, die Steinmauern als stummer Zeugen meiner Einsamkeit. Elia war fort, ein schwacher Nachhall ihrer Weisheit in meinen Gedanken, eine Lücke in meiner Welt, die schmerzhaft bewusst wurde. Sie hatte mir beigebracht, die Schatten nicht zu fürchten, sie zu verstehen, ihre Essenz zu begreifen. Doch die Schatten, die sich nun um mich legten, waren anders. Sie waren dick, klebrig und schienen aus reinem Verrat gewoben zu sein.

Ein Flüstern erhob sich aus den zerfallenen Mauern, nicht der Wind, sondern Stimmen, die sich wie Seide um meine Sinne legten. Sie lockten, versprachen Erlösung, Verständnis. „Lyra“, sangen sie, „du bist nicht allein. Wir verstehen deine Last, deine Gabe.“ Die Worte waren süß, trügerisch, wie Gift in Honig getränkt. Ich spürte die Anwesenheit von Magie, stark und alt, aber sie war verdorben, verzerrt. Es war nicht Elias sanfte, erdende Kraft, sondern etwas Dunkleres, Gieriges.

Eine Gestalt trat aus dem Dämmerlicht, gehüllt in schwere, schwarze Roben, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Nur ein blasser Umriss eines Mannes war zu erkennen, doch die Aura, die von ihm ausging, war eisig und unnachgiebig. „Dunklelfenmagierin“, sprach er, seine Stimme war ein kratzendes Geräusch, wie trockene Blätter, die über Stein schleifen. „Wir haben dich lange gesucht.“

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