Chapter 6
Der Kult der Ewigen Nacht
Ein mysteriöser Kult, angeführt vom Hohepriester, wird auf Lyras Existenz aufmerksam. Sie wollen ihre dunkle Magie für ihre eigenen finsteren Ziele nutzen, und ihre Agenten beginnen, Lyra zu jagen.
Die Nacht war ein samtener Mantel, der sich über die Welt legte, doch für mich war sie oft ein Gefängnis. Jeder Schatten birgt eine Bedrohung, jeder Laut ein potenzielles Verderben. Seit Wochen schon rastete ich nicht mehr wirklich. Die Wälder, in denen ich Zuflucht suchte, schienen denselben bedrohlichen Atem zu haben wie die Städte, aus denen ich floh. Es war ein beklemmendes Gefühl, das sich wie kalte Ranken um mein Herz legte und sich festzog. Die Prophezeiung hatte sich wie ein giftiger Pilz in meinem Geist festgesetzt, und die Erinnerung an Elias' Worte hallte in meinen Gedanken wider, ein ständiges Flüstern des Unheils. „Deine Macht, Lyra, sie ist ein Schwert, das auf beide Seiten schneidet.“
Ich saß auf einer moosbewachsenen Wurzel, die Nachtluft kühl auf meiner Haut. Die Sterne waren wie winzige Splitter von gefrorenem Licht, die sich durch das dichte Blätterdach bohrten. Ich zog meine Kapuze tiefer ins Gesicht, ein Reflex, der mir über die Jahre zur zweiten Natur geworden war. Jede Begegnung, jedes zufällige Zusammentreffen mit einem anderen Lebewesen war ein kalkuliertes Risiko. Ein falsches Wort, ein unbedachter Blick, und die Jagd konnte von neuem beginnen.
Ein Knistern im Unterholz ließ mich aufschrecken. Mein Herz begann schneller zu schlagen, ein wilder Vogel, gefangen in meiner Brust. Ich zog die Hand zu meinem Gürtel, wo die lederumwickelten Griffe meiner Dolche ruhten. Doch es war nur ein Hase, der hastig in den Büschen verschwand. Ein seufzender Atem entwich meinen Lippen. Die ständige Anspannung zehrte an mir, raubte mir den Schlaf, den Frieden.
Keep reading "Der Kult der Ewigen Nacht"
The full chapter is in the AIBookCraft app — free to read, with your spot saved.
Free on iOS & Android · No signup to read