Chapter 12
Das Herz der Dunkelheit
Lyra wagt sich tiefer in die Quelle ihrer dunklen Magie. Sie erforscht die Ursprünge ihrer Kraft und die damit verbundenen Emotionen, um die volle Kontrolle zu erlangen und ihre Schwächen zu verstehen.
Die Luft im Raum war dick und schwer, wie ein altes Tuch, das zu lange im Verborgenen gelegen hatte. Staubpartikel tanzten in den wenigen Lichtstrahlen, die durch die schmalen, vergitterten Fenster fielen, und tanzten einen stillen, melancholischen Reigen. Es war ein Ort, den die Welt vergessen hatte, ein vergessener Winkel, in dem die Zeit selbst stillzustehen schien. Ich hatte ihn aufgespürt, diesen Ort, von dem Elia mir geraunt hatte, einen Ort, der angeblich tief in den Wurzeln meiner eigenen Macht verborgen lag.
Meine Finger strichen über die kalte, feuchte Steinwand. Jeder Stein schien eine eigene Geschichte zu flüstern, eine Geschichte von Verfall und Vergessenheit. Aber es war nicht der Verfall, der mich hierhergeführt hatte, nicht die morbide Schönheit der Ruine. Es war die Ahnung, die leise Ahnung, dass hier, in diesem vergessenen Herzen der Erde, ein Echo meiner selbst lag. Ein Echo meiner Macht.
Ich schloss die Augen und atmete tief ein. Der Geruch von feuchter Erde und etwas anderem, etwas Tieferem, etwas Ursprünglichem, erfüllte meine Lungen. Es war ein Duft, der mir vertraut war, obwohl ich ihn nicht benennen konnte. Er erinnerte mich an die ersten Momente, in denen die Dunkelheit in mir erwacht war, an das unkontrollierbare Beben, das meinen Körper durchzuckte.
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