Chapter 11

Eine Entscheidung muss getroffen werden

Lyra steht an einem Scheideweg. Sie muss entscheiden, ob sie ihre dunkle Magie als Waffe gegen ihre Verfolger einsetzt und damit das Risiko eingeht, die Menschheit zu zerstören, oder ob sie einen anderen Weg wählt.

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Die Luft hing schwer und feucht in der kleinen Kammer, ein Geruch nach altem Stein und vergessenen Tränen. Jeder Atemzug schien die Schwere meines Schicksals zu verstärken, das sich wie ein bleierner Mantel um meine Schultern legte. Draußen tobte ein Sturm, der die Nacht mit wütendem Gebrüll zerriss, doch hier drinnen war es die Stille, die am lautesten schrie. Eine Stille, die von den Echos längst vergangener Prophezeiungen erfüllt war, von Worten, die sich wie Dornen in mein Fleisch gruben.

Elia hatte die Schriftrolle, dieses uralte, zerbrechliche Zeugnis der Zukunft, vor mir ausgebreitet. Ihre Finger, so zart und doch voller Kraft, strichen über die vergilbten Zeichen, während ihre Stimme, ruhig und doch mit einer unterschwelligen Dringlichkeit, die Zeilen zum Leben erweckte. „Die Dunkelheit in dir, Lyra“, hatte sie geflüstert, ihre Augen auf mich gerichtet, „sie ist kein Fluch, sondern ein Werkzeug. Ein Werkzeug, das die Welt verändern kann.“

Doch die Worte der Prophezeiung tanzten vor meinen Augen wie tückische Geister. Sie sprachen von einem Schatten, der sich über die Menschheit legen und sie in ewige Nacht tauchen würde. Von einer Macht, die geboren wurde, um zu vernichten. Und ich, Lyra, die Dunklelfenmagierin, die ihr Leben im Verborgenen verbrachte, gejagt und gefürchtet, war diese Macht. Die Erkenntnis traf mich mit der Wucht eines Hammerschlags, ließ mich keuchen und nach Luft schnappen.

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