Chapter 10

Der Hohepriester greift ein

Der Hohepriester persönlich tritt in Erscheinung, um Lyra zu konfrontieren. Er versucht, sie mit Versprechungen von Macht zu verführen, oder sie mit Drohungen zu brechen. Seine Präsenz ist bedrohlich.

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Die Luft knisterte, nicht vor dem üblichen eisigen Tanz meiner Magie, sondern vor einer anderen, älteren Kraft. Ein Hauch von Verfall, wie Moder in feuchter Erde, lag in der Luft und zog sich langsam in meine Lungen. Ich hatte mich in den Tiefen des Waldes versteckt, dort, wo die Bäume so dicht standen, dass sie selbst das Licht der Sonne verschluckten, aber dieser Geruch, dieses Gefühl der Beunruhigung, kroch selbst durch die dichtesten Dornenbüsche. Elia hatte mich gewarnt. Sie hatte von den Schatten gesprochen, die mich verfolgten, von den Händen, die nach meiner Macht griffen, aber ihre Worte waren immer so sanft gewesen, so voll von einer stillen Hoffnung, dass ich sie fast beiseitegeschoben hatte. Fast.

Die Blätter raschelten nicht nur, sie zerbrachen unter einem Gewicht, das nicht von einem Tier stammen konnte. Zu schwer, zu bedächtig. Ich duckte mich tiefer, mein Herzschlag ein unregelmäßiger Trommelwirbel gegen meine Rippen. Das Dunkel war mein Verbündeter, meine Rüstung, aber heute fühlte es sich dünn an, durchdringbar.

Dann sah ich ihn. Zuerst nur als Silhouette, ein dunkler Fleck gegen das bereits gedämpfte Licht. Er bewegte sich mit einer fast unnatürlichen Geschmeidigkeit, seine Roben schienen in den Schatten zu verschwimmen, als wären sie ein Teil davon. Er war groß, das konnte ich erkennen, und seine Haltung strahlte eine Arroganz aus, die mir bis ins Mark ging.

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