Chapter 16
Die Entfesselung der Kraft
Im Angesicht der größten Gefahr entfesselt Isadora ihre volle magische Kraft. Sie nutzt alles, was sie gelernt hat, um das Schattenwesen zu bekämpfen. Ihre Angst ist verschwunden.
Der Wind heulte wie ein verletztes Tier, peitschte Isadora ins Gesicht und trug den Geruch von feuchter Erde und etwas Unheilvollem mit sich. Über ihr wölbte sich ein Himmel von tiefstem Indigo, durchzogen von schmutzigen, grauen Wolkenfetzen, die vom Mond nur noch schemenhaft erhellt wurden. Das Dorf lag in einer gespenstischen Stille, nur unterbrochen vom Knistern der wenigen Feuerstellen und dem fernen, unheilvollen Rauschen, das aus dem Wald kam. Dort, wo die Bäume dichter standen und die Schatten am tiefsten waren, lauerte er. Der Schatten.
Isadora spürte ihn in ihren Knochen, ein kaltes Vibrieren, das sich von ihrer Wirbelsäule nach unten zog und dort ein unangenehmes Stechen hinterließ. Vor wenigen Wochen hätte sie sich vor diesem Gefühl zu Tode gefürchtet, hätte sich in ihrer kleinen Kammer versteckt und gehofft, dass die Dunkelheit sie nicht finden würde. Doch nun war die Angst zwar noch da, aber sie war anders. Sie war zu einer scharfen Klinge geworden, die sie antrieb, statt sie zu lähmen.
Sie stand am Rande des Dorfes, dort, wo die letzten Hütten an den dunklen Wald grenzten. Die Dorfbewohner hatten sich hinter ihr verschanzt, ihre Gesichter gezeichnet von Furcht und Hoffnung. Sie waren ihr ganzes Leben lang unsicher gewesen, hatten ihr misstraut, wenn ihre Gabe sich auf seltsame Weise zeigte, und waren doch nun die Einzigen, auf die sie ihre letzte Hoffnung setzten. Diese Last war schwer, aber sie trug sie mit einer neu gewonnenen Entschlossenheit.
Keep reading "Die Entfesselung der Kraft"
Open the same story in AIBookCraft. Later chapters may require an active subscription.
Free on iOS & Android · No signup to read