Chapter 15
Der Tanz der Schatten
Das Schattenwesen bricht mit voller Macht ins Dorf ein. Isadora stellt sich ihm entgegen. Ein magischer Kampf entbrennt, bei dem Licht und Dunkelheit aufeinanderprallen.
Der Himmel, sonst ein sanftes, vertrautes Blau über den Dächern meines Dorfes, war zu einem zerrissenen, grauen Tuch geworden. Es war, als hätte ein Riese mit schmutzigen Händen die Farben aus der Welt gewischt. Die Luft hing schwer und feucht, die übliche Frische des Waldes, der uns umgab, war einer modrigen Kälte gewichen, die bis in die Knochen kroch. Ein Beben durchlief den Boden, nicht das dumpfe Grollen eines nahenden Sturms, sondern ein tiefes, unheilvolles Vibrieren, das die Erde selbst zu beunruhigen schien.
Ich stand am Rande des Dorfplatzes, meine Hände zu Fäusten geballt, die Fingernägel gruben sich in meine Handflächen. Neben mir stand Elara, ihre Augen, sonst so voller Leben, waren weit aufgerissen und von Furcht erfüllt. Ihre Hand klammerte sich an meinen Arm, so fest, dass ich ihre Knöchel weiß hervortreten sah. „Isadora“, flüsterte sie, ihre Stimme zitterte, „was ist das?“
Ich konnte ihr keine Antwort geben. Auch ich spürte die Angst, die wie ein eisiger Griff nach meinem Herzen griff. Aber unter der Furcht begann sich etwas anderes zu regen, ein seltsames Kribbeln in meinen Fingerspitzen, ein warmes Pulsieren in meiner Brust, das sich gegen die Kälte stemmte. Es war die Gabe, die erwachte, die sich regte, als würde sie die drohende Gefahr spüren.
Keep reading "Der Tanz der Schatten"
Open the same story in AIBookCraft. Later chapters may require an active subscription.
Free on iOS & Android · No signup to read