Chapter 10
Der Kampf um das Licht
Ein gewaltiger Kampf entbrennt. Maria nutzt ihre aufkeimende Kraft, während Leon seine ganze Stärke einsetzt. Der Magier ist überrascht von ihrem Widerstand und ihrer unzerbrechlichen Bindung.
Der Wind heulte wie ein gequältes Tier, als Maria und Leon die letzte Anhöhe erklommen. Unter ihnen breitete sich die finstere Festung des Schattenmagiers aus, ein klaffender Schlund aus schwarzem Stein, der die letzten Sonnenstrahlen zu verschlingen schien. Nebelschwaden, dick und klamm, krochen wie lebende Leiber über den Boden und verhüllten die einst so grüne Landschaft in ein Leichentuch. Maria spürte, wie ihr Herz wie ein gefangener Vogel gegen ihre Rippen schlug. Neben ihr knurrte Leon tief in seiner Kehle, seine Muskeln spannten sich unter dem goldenen Fell an. Seine Augen, sonst so warm und voller Leben, glühten nun wie zwei Bernsteinfeuer in der zunehmenden Dunkelheit.
„Er ist hier, Leon“, flüsterte Maria, ihre Stimme kaum mehr als ein Hauch. Sie drückte die kleine, geschnitzte Holzfigur fester in ihrer Hand, das einzige Artefakt, das sie bisher hatte retten können. Die anderen, die das Herz des Dorfes bildeten, mussten sie zurücklassen. Ein Stich des Bedauerns durchfuhr sie, doch die Bedrohung, die von dieser Festung ausging, war zu groß, um sie zu ignorieren.
Leon stieß ein leises Brummen aus und legte seinen gewaltigen Kopf sanft an ihre Schulter. Seine Präsenz war eine unerschütterliche Säule der Stärke in diesem Meer aus Furcht. Er vertraute ihr, und sie vertraute ihm. Das war ihr Schild, ihre Waffe.
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