Chapter 13
Der Bund des Dorfes
Isadora spricht mit den Dorfbewohnern und erklärt ihre Gabe. Einige beginnen, ihr zu vertrauen. Die Gemeinschaft sammelt sich hinter ihr, vereint im Kampf gegen die Dunkelheit.
Das Dorf war still, eine ungewohnte Stille, die schwer auf den Herzen der Menschen lag. Seit Tagen spürten sie die eisige Berührung des Schattens, der sich wie ein Leichentuch über ihre Häuser und Felder legte. Die Ernte verdorrte auf den Ähren, das Vieh wurde krank, und die Gesichter der Kinder waren von einer tiefen, kindlichen Angst gezeichnet, die Isadora mehr schmerzte als jeder eigene Schmerz. Sie stand auf der kleinen Anhöhe vor dem Dorfplatz, ihr Herz pochte gegen ihre Rippen wie ein gefangener Vogel. Die Dorfbewohner hatten sich versammelt, ihre Blicke auf sie gerichtet, eine Mischung aus Hoffnung und Furcht in ihren Augen. Sie, Isadora, die immer nur ein Teil dieses Dorfes gewesen war, nun diejenige, die sprechen sollte.
Vor ihr standen die Ältesten, ihre Gesichter von tiefen Falten durchzogen, die von einem langen Leben und vielen Sorgen zeugten. Neben ihnen die Familien, die sie ihr ganzes Leben lang gekannt hatten, ihre Nachbarn, ihre Freunde. Und doch fühlte sie sich in diesem Moment so allein, so exponiert. Die Angst, die sie so lange in sich getragen hatte, drohte sie zu überwältigen. Was, wenn sie sie nicht verstanden? Was, wenn sie sie für verrückt hielten, für eine Gefahr, die so groß war wie der Schatten selbst?
Sie atmete tief durch und schloss für einen Moment die Augen. Sie sah das Gesicht des Mentors vor sich, seine ruhige Stärke, seine unerschütterliche Zuversicht in sie. Er hatte ihr immer wieder gesagt, dass ihre Gabe kein Fluch sei, sondern ein Geschenk, eine Verantwortung, die sie tragen konnte. Und sie wusste, dass sie es musste. Für ihr Dorf.
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