Chapter 10

Die Wahrheit über den Schatten

Der Verbündete enthüllt mehr über das Schattenwesen: seine Natur, seine Schwächen und seine Verbindung zur Vergangenheit. Isadora erkennt die wahre Bedrohung und ihre Rolle.

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Die Luft im kleinen Studierzimmer meines Mentors knisterte, nicht vor Magie, sondern vor einer aufgestauten Spannung, die sich wie ein dichter Nebel zwischen uns legte. Die Kerzen flackerten, warfen lange, tanzende Schatten an die Wände, und jedes Geräusch draußen – das Rascheln der Blätter, das ferne Heulen eines Tieres – schien sich in unheilvolle Vorboten zu verwandeln. Ich saß auf einem alten, abgewetzten Hocker, die Hände verkrampft in meinem Schoß, und starrte auf die runzlige Hand meines Mentors, die über eine vergilbte Schriftrolle strich. Er hatte so viel versprochen, so viel angedeutet, und nun war der Moment gekommen, in dem er die Schleier lüften sollte. Die Wahrheit über den Schatten.

„Du hast gefragt, Isadora“, begann er leise, seine Stimme war ein sanftes Grollen, das die Stille durchbrach. „Du hast nach der Natur dessen gefragt, was unser Dorf bedroht. Und ich werde dir antworten.“ Er hob den Blick, und seine Augen, tief und unergründlich wie ein alter Waldsee, trafen meine. „Der Schatten, wie du ihn nennst, ist mehr als nur eine dunkle Kreatur. Er ist eine Manifestation der tiefsten Ängste, des Vergessens und der Verzweiflung.“

Ich schluckte. Das klang… gewaltig. Größer, als ich es mir je vorgestellt hatte. Bisher hatte ich den Schatten als eine Art monströses Wesen gesehen, das wir mit Waffen und vielleicht etwas Magie vertreiben könnten. Aber das hier klang anders. „Eine Manifestation? Was meinst du damit? Ist er… nicht echt?“

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